**Corinnas Kulturportfolio**

„Meine Kuh will auch Spaß haben“

Februar 4, 2009 · 1 Kommentar

Astrid Lindgren

 In dem Buch ‘Meine Kuh will auch Spaß’ haben prangert Lindgren gemeinsam mit der Tierärztin Kristina Forslund das schwedische Tierschutzgesetz an.

kuhIn dem Buch sind sämtliche Berichte über den Tierschutz die die beiden Frauen in einigen schwedischen Zeitungen veröffentlichten  und auch die Reaktionen darauf von politischer Seite zusammengefasst.

Durch die Publizierung zahlreicher  Berichte aber auch durch dieses Buch brachten Lindgren und Forslund in Schweden einen Stein ins Rollen. Es war eine gesellschaftliche wie auch politische Diskussion entflammt. Die schwedische Gesellschaft wehrte sich gegen die momentane Art der Tierhaltung und so waren die Politiker und Landwirtschaftskammerpräsidenten gefragt, Änderungen am Tierschutzgesetz vorzunehmen

Und tatsächlich, zu ihrem 80. Geburtstag bekam Lindgren das neue Tierschutzgesetz „Lex Lindgren“ sozusagen geschenkt.

 Auch wenn die beiden Autorinen nicht ganz zufrieden waren, mit dem was sie erreichten dürfte sich, laut einem Bericht des Tiernotrufs einiges verbessert haben in Schweden’s Großbetrieben:

Auszug von: TASSO-Online – Tierschutz und Tierregistrierung; www.tiernotruf.org, 4.1.2009

In sozialen Belangen spielten die Schweden schon lange eine Vorreiter-Rolle. Vorbildlich für den Rest von Europa sind zum Beispiel der Sozialstaat, das Kinderschutzgesetz und die Verordnungen zum Strahlenschutz an Computerarbeitsplätzen. Ebenso vorbildlich ist das schwedische Tierschutzgesetz.

In Deutschland kennen die meisten Astrid Lindgren nur als Kinderbuchautorin. Das Astrid Lindgren aber auch viel Engagement und Initiative im sozialen Bereich zeigt, ist den Wenigsten bekannt. Durch Frau Lindgrens konsequenten Einsatz für eine Verbesserung des schwedischen Tierschutzgesetztes, Mitte der achtziger Jahre, wurde das Tierschutzgesetz entscheidend reformiert. So dürfen Tiertransporte maximal 3 Stunden dauern. Im Vergleich hierzu, schneidet die EU (mit 8 Stunden bis zur nächsten Pause) denkbar schlecht ab. Einzigartig ist das schwedische Tierschutzgesetz durch die Verordnung, daß Nutztiere so gehalten werden müssen, dass Krankheiten vorgebeugt wird. Und tatsächlich sind schwedische Tiere gesünder als in anderen Länder. Salmonelleninfektionen kommen in Schweden kaum noch vor. Für ihr Engagement im Tierschutzbereich wurde Astrid Lindgren 1996 mit der „Goldenen Arche“ der EUROGROUP FOR ANIMAL WELFARE ausgezeichnet.

Auswahl und Reflexion:

Durch Recherchen über meinen Schwerpunkt, bin ich darauf aufmerksam geworden, dass die Autorin nicht nur ‘harmlose’ Kinderbücher geschrieben hat, sondern mit ihrer Schreiberei auch politische und gesellschaftliche Missstände ankreidete. So wie im oben beschriebenen Buch „Meine Kuh will auch Spaß haben“.

Wieder einmal nahm sich die Autorin kein Blatt vor den Mund und schrieb einfach dass, was ihr auf der Seele lag. Und wie man sah, sie brauchte zwar einige Monate und Jahre, doch schlussendlich brachte es sogar eine kleine Verbesserung.

Wahrscheinlich wussten auch früher die meisten Menschen über die schlechte Tierhaltung in Schweden bescheid, doch niemand tat etwas dagegen. Erst als Lindgren und Forslund ständig darüber berichteten reagierte die Bevölkerung mit Konsumverzicht. Und so sahen sich die Politiker gezwungen, etwas dagegen zu unternehmen. Zudem ja auch international der Ruf des schwedischen Fleisches und der Eier darunter litt.

Auch in der heutigen Zeit gibt es sicherlich viele Dinge die nicht in Ordnung sind (nehme man nur den Umweltschutz her), jeder weis um die Problematik bescheid, doch unternehmen tut keiner etwas dagegen.

So bräuchte man immer wieder Leute, die öffentlich auf solche Dinge aufmerksam machen, damit die Gesellschaft zumindest ein bisschen zu umdenken beginnt.

Besonders gefallen hat mir der Aufbau des Buches:

Zuerst, warum sie einen Artikel schrieben,

dann der gesamte Artikel

und zum Schluss die Reaktionen darauf.

 

Ich finde es sehr gut und klug von Lindgren, dass sie die Artikel sehr kindgerecht, zum Teil auch aus der Sicht eines Tieres geschrieben hat. So wurden die Beiträge wirklich für alle, ob Alt oder Jung zugänglich.

Kategorien: Astrid Lindgren

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